Deutsche Dienststelle (WASt)
 

Aufgaben der DD-WASt

Kriegsgräber

  • Amtlicher Nachweis der Gräber von gefallenen und verstorbenen Angehörigen der Wehrmacht und des Wehrmachtgefolges im In- und Ausland (einschließlich Teilnehmer am Ersten Weltkrieg)
  • Auskünfte zu Meldungen über Auffindung von Skelettteilen durch Privatpersonen und Suchgruppen
  • Stellungnahme zu Gräberlisten und Veränderungsmeldungen
  • Personelle Bearbeitung der Gräberlisten, Prüfung und Ergänzung der Personalien
  • Bearbeitung der Umbettungsunterlagen für das Inland sowie der sich für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (VDK) aufgrund bilateraler Kriegsgräberabkommen ergebenden Aufgaben im Ausland – Schwerpunkt Osteuropa
  • Abgleich von Gräberlisten sowie Bearbeitung von Veränderungsmeldungen
  • Grablagenüberprüfungen für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. für geplante Umbettungen

Grablagensuche

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Auskunft zur Grablage:

Anhand der für den zweiten Weltkrieg vorhandenen Gräberkarten (ca. 4,5 Mio.) sowie des umfangreichen Schriftwechsels erhalten die Antragsteller Auskunft über die Endgrablage, wenn der Gesuchte auf einen seinerzeit angelegten Friedhof bestattet wurde. Ferner können Angaben zum Todestag und –ort sowie in den meisten Fällen auch zur Erstgrablage gegeben werden.


Gräbernachweis

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Der Schwerpunkt der Arbeit des amtlichen Gräbernachweises liegt in der Bearbeitung von Umbettungs- und Graböffnungsprotokollen, der Identifizierung unbekannter Kriegstoter anhand von aufgefundenen Erkennungsmarken (EM) oder Nachlassgegenständen und in der Auswertung von Gräberlisten für Grablageorte im In- und Ausland.

Eventuell entstandene Übertragungsfehler der Daten des Kriegstoten werden unter Einbeziehung verschiedener Behörden und Archive geklärt und den zuständigen Stellen, einschließlich dem Volksbund in Kassel zur Korrektur der Personalien gemeldet.

In einzelnen Fällen können sogenannte „unklare Fälle“ (Gräberkarten mit unvollständigen Personalien) durch ergänzende Angaben der Angehörigen bzw. neu erhaltenen Unterlagen nachidentifiziert werden.

Hauptaugenmerk liegt derzeit auf den Lokalisationen von Grablageorten auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR. Nach einer Vereinbarung zwischen der Deutschen Dienststelle (WASt) und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (VDK) wird die Vorsortierung der für die Verlustorte vorhandenen Gräberkarten und Grabmeldungen in der Deutschen Dienststelle (WASt) in Berlin vorgenommen.

Die per Datentransfer übermittelten Meldungen sind oftmals die einzige Grundlage für die Auffindung bzw. Lokalisierung oberirdisch nicht mehr erkennbarer Friedhofs- und Feldgrablagen.

Hierzu gehören auch heute noch Bergungen und Identifizierungen von Kriegstoten aus dem ersten Weltkrieg, die in Zusammenarbeit mit den Volksbund Deutsche Kriegsgräber e. V. in Kassel eine Grabstätte erhalten.

Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt liegt in den gesetzlichen Bestimmungen des Gräbergesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Danach gehen dem Gräberreferat kontinuierlich von den Friedhofsträgern aktualisierte Gräberlisten zu, die in den amtlichen Gräbernachweis eingearbeitet und auf eventuelle Veränderungen geprüft werden.

Für viele Menschen ist es auch heute noch sehr wichtig, Gewissheit über die letzte Ruhestätte ihrer Angehörigen zu haben. - gehört auch dies zur Trauerarbeit -.

Im Gräberreferat der früheren Wehrmachtauskunftstelle wurden nach den Bestimmungen des Genfer Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen vom 27. Juli 1929 (Artikel 76 und 77) und den einschlägigen Wehrmacht-Dienstvorschriften die Grablagen der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten zur Auskunfterteilung an die Hinterbliebenen registriert. Die Gräberkartei entstand anhand von Meldungen der Truppenteile, Lazarette, Wehrmachtgräberoffiziere sowie des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Genf, Pfarrämtern und vieler Privatpersonen.

Infolge der Besetzung Thüringens durch alliierte Truppen und der daraufhin erfolgten Verlegung der Wehrmachtauskunftstelle nach Fürstenhagen bei Kassel verblieb ein großer Teil der Original-Gräberkartei in Meiningen. Die Unterlagen gelangten so in die Hände sowjetischer Truppen und später in den Besitz der DDR.

Nach dem Krieg wurden von Friedhofsverwaltungen, Pfarrämtern, Standesämtern, vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, von nationalen Rot-Kreuz-Gesellschaften, vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. in Kassel und Privatpersonen zahlreiche Gräber- und Gefallenenmeldungen übergeben.

Diese und die auf den Karten der Zentralkartei verzeichneten Verlustmeldungen dienten zum Aufbau einer neuen Gräberkartei.

1958 umfasste die Kartei bereits wieder ca. 2,1 Millionen Grabmeldungen. In der „Gräberlistenverwaltung“ wurden im gleichen Jahr ca. 35.000 deutsche und 34.000 ausländische Friedhöfe erfasst.

Im Jahr 1970 waren es bereits 3.075.000 Soldatengräber (aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges) auf 23.449 inländischen und 29.786 ausländischen Friedhöfen.

Insgesamt erhöhte sich bis 1980 die Zahl der nachweisbaren Soldatengräber auf 4.092.300 in- und ausländische Bestattungsorte.

Nicht nur die Rückführung der alten WASt -Verlustkartei aus dem Schloss Dornburg bei Zerbst/Anhalt („Dornburg - Kartei“ genannt) im Jahre 1990, sondern auch die sich entwickelnden Möglichkeiten durch den Abschluss von Gräberabkommen und die damit mögliche Suche nach Grabstätten im osteuropäischen Raum brachte einen enormen Anstieg der Zahl der Klärung von Grablagen mit sich.

Mit der Wiedervereinigung gelangte die Gräberkartei des aufgelösten Ministeriums des Inneren der ehemaligen DDR (mit Stand zwischen 1970-1974) wieder in den Besitz der Deutschen Dienststelle (WASt). Mit Hilfe dieser Kartei konnten Schicksale und Grablagen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR erfassten Gefallenen geklärt werden.

Seit der Übernahme der gräbergesetzlichen Bestimmungen in den fünf neuen Bundesländern am 01. Januar 1993 (Gräbergesetz von 1965 und fortfolgende Änderungen) gehen dem Gräberreferat kontinuierlich von den Friedhofsträgern gefertigte Gräberlisten zu. Sie werden auf ihre Gesetzmäßigkeit geprüft, mit den Friedhofsträgern abgeglichen und in den vorhandenen Datenbestand festgeschrieben.