Deutsche Dienststelle (WASt)
 

Unterlagen aus dem ehemaligen Krankenbuchlager

Auszug aus dem Totenbuch des Garnison Lazarett Havelberg (1854 - 1901)

Mit der Übernahme der Bestände des Krankenbuchlagers Berlin in den Jahren von 2009 bis 2017 erhielt die Deutsche Dienstelle Unterlagen zurück, die bis 1951 schon einmal von der Deutschen Dienststelle (WASt) verwaltet und dort im Referat X (röm. 10) zum Nachweis für Versorgungsansprüche ausgewertet wurden.

Aufgrund des Organisationsgesetzes vom 12. März 1951 wurde das Krankenbuchlager aus der Deutschen Dienststelle wieder ausgegliedert und als „Krankenbuchlager Berlin“ dem Versorgungsamt I angegliedert. Die Urkunden und Bücher wurden in den erhalten gebliebenen Gebäuden der Landwehrinspektion und des Bezirkskommandos Berlin in der General-Pape-Straße untergebracht.

Später wurde das Krankenbuchlager nach Berlin-Wedding in die Wattstraße verlagert. Bis 2017 unterstand es dem Landesamt für Gesundheit und Soziales.

Bis zur Schließung des Krankenbuchlagers im Jahre 2013 dienten die Krankenunterlagen dem Nachweis von Gesundheitsschädigungen zur versorgungsrechtlichen Anerkennung nach § 2 Abs. 2 Reichsversorgungsgesetz und § 1 Abs. 3 Bundesversorgungsgesetz. Für die Betroffenen waren diese Unterlagen oft von entscheidender Bedeutung bei der Durchsetzung ihrer Versorgungsansprüche.

Diese Bestände sind aufgrund von Kriegsverlusten leider nur lückenhaft überliefert.

Im Ersten Weltkrieg wurden erst verhältnismäßig spät die Krankenblätter und Lazarettkrankenbücher in Krankenbuchlagern, die der Versorgungsverwaltung angegliedert waren, gesammelt, damit sie auf Anforderung den zuständigen Versorgungsämtern zur Verfügung gestellt werden konnten.

Im Zweiten Weltkrieg waren neben den Lazarettkrankenbüchern, die von den Wehrmachtsanitätsdienststellen geführten Krankenurkunden wichtige Quellen für die Klärung von Versorgungsansprüchen. In der letzten Kriegs-zeit, etwa seit Juli 1944, sind die von den Lazaretten an das Zentralarchiv für Wehrmedizin abgesandten Unterlagen dort vielfach nicht mehr eingegangen, da die Sanitätsdienststellen wegen der ständigen Rückzugsbewegungen oft nicht mehr in der Lage waren, die Unterlagen abzuschließen und abzusenden.

Große Teile der Krankenunterlagen gingen infolge des Bombenkrieges und der Kampfhandlungen 1945 in Berlin sowie der Verhältnisse nach der Kapitulation verloren. 

In den Jahren 2009/2010 wurden von der Deutschen Dienststelle (WASt) ca. 130.000 Jurismappen mit etwa 10.000.000 personenbezogenen Einzelunterlagen (u. a. Krankenblätter, Gesundheitsbücher, Tauglichkeitsuntersuchungs-Zeugnisse) der Jahrgänge 1900 bis 1928 ebenfalls aus dem Bestand des Krankenbuchlagers Berlin übernommen. Diese Krankenblätter sind nach Geburtsdaten geordnet.

Einzelurkunden für die zwischen 1870 und dem 31. Dezember 1899 Geborenen befinden sich im Bundesarchiv in Freiburg, und zwar die Unterlagen der in den Monaten Januar und Juli Geborenen.

Zwischen 2014 und 2017 übernahm die Deutsche Dienststelle (WASt) sukzessive die seit Schließung des Krankenbuchlagers zwischengelagerten Krankenbücher des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Zur Unterbringung und Gewährleistung deren kontinuierlicher Nutzung mussten im Vorfeld Maßnahmen zur Lagerung der Unterlagen in den Räumlichkeiten der Deutschen Dienststelle (WASt) getroffen werden, beispielsweise wurden Räume umgebaut und mit einer Rollregalanlage ausgestattet.

Der Bestand Krankenbuchlager kann nun wieder genutzt werden.

Leider können hier noch nicht alle Krankenbücher in die Bearbeitung einbezogen werden, da der teilweise schlechte Erhaltungszustand der Bücher des Ersten Weltkrieges umfangreiche Sichtungs- und Sicherungsmaßnahmen erfordert.

Als zentrales Findmittel der in den Lazarettbüchern verzeichneten Personen steht eine Hinweiskartei mit ca. 20 Millionen Karteikarten (Lochkarten) zur Verfügung.